Falls die verehrte Leserschaft nun denkt: »Was zur Hölle ist ein ›Stehkragenprolet‹?«, kann ich sie beruhigen: Ging mir genauso.

Der Begriff geht auf die Schriftsetzer des 19. Jahrhunderts zurück, wie mir eine liebe Kollegin vor einigen Monaten erklärte. Ich fand den Begriff sofort spannend, weil ich mich darin ich gewisser Weise wiederfinde. Ich bin zwar kein Proletarier in dem Sinne, dass ich als einfacher – oder komplizierter – Arbeiter meinen Lebensunterhalt verdiene, aber ich denke humanistisch und sozial, anders gesagt, ich bin als Nichtakademiker dennoch an intellektuellen Themen interessiert. Man könnte mich als Links aber wertkonservativ bezeichnen. Wobei ich bei einigen dieser »Werte« wie »Heimatliebe« gelegentlich Übelkeitsausbrüche erleiden muss, wenn etwa »gute Deutsche« fordern Flüchtlinge zu verjagen, dabei aber selbst die rudimentärsten Rechtschreibregeln nicht kennen, ergo ihre eigene Sprache in Schrift und Sprache kaum beherrschen (nicht, dass ich in allen Lebenslagen der perfekten Rechtschreibung fähig wäre, doch wir reden hier von Leuten, für die der Genitiv eine üble Geschlechtskrankheit ist und Dativ was mit das NSA zu tun hat – also Menschen, die zu viel Chemtrails gesnifft haben oder schlicht zu dumm sind, vernünftiges Deutsch sprechen zu können).

Damit wären ich dann auch unmittelbar beim Zweck dieser Abteilung angekommen. Dies wird so etwas wie meine persönliche Kommentar-Zone, auf der ich meinen Gedanken zu Themen die mich beschäftigen, gelegentlich, nein, vermutlich sogar öfter, zusammenfassen will. Das werden sicher nicht nur politische Themen werden, dazu bin ich selbst zu kunst- und kulturbegeistert. Es werden sicher hier irgendwann einige Essays zu lesen sein zu Themen die mich beschäftigen, wie Ästhetik, Illustration, Comics etc.

Jedenfalls wünsche ich viel Spaß beim Lesen und freue mich, wenn aus diesen Gedanken die ein oder andere fruchtbare Diskussion entstünde,

 

Hanspeter Ludwig