Elsa Rieger

Elsa Rieger.

Ich bin 1950 in Wien geboren, lebe ebenda, arbeite als Autorin sowie als Lektorin und biete Workshops für kreatives Schreiben an.

Ich schreibe seit vielen Jahren über Licht und Schatten im Leben, in Form von Lyrik, Erzählungen und Romanen.

 

Am besten beschreibt mich dieses Vorwort in einem meiner Bücher:

Dass ich ohne zu schreiben nicht mehr leben kann, begann 1987, bedingt durch eine heftige Krise, für die ich heute noch dankbar bin. Damals gab mir meine Mutter, die zugleich der Mensch ist, der mich am besten kennt, den Rat: Schreibe, mein Kind, schreibe. Danke, Mama!

Einzutauchen in Geschichten, in denen ich über das schreibe, was ich nicht sehen kann, ist mir großes Glück geworden in den Jahrzehnten.

Ich spaziere durch Städte, bevorzugt durch meine Geburtsstadt Wien, und sehe zwischen den flanierenden Menschen eine Gestalt, die sonst keiner erblickt.

Ich entdecke in diesem rothaarigen Mädchen eine Geschichte. Ihre Geschichte von Liebe und Qual, in der sie sich einem Mann ausliefert, sich seiner Obsession hingibt, die letzten Endes ihr Tod sein wird. Nein, ich denke, sie wird es überleben und fortan als wahre Königin durch das Leben wandeln. Warum? Weil sie zu reizend ist, um sie sterben zu lassen.

Oder ich sitze im Kaffeehaus nahe der Hofburg und sehe nicht, dass der alte, magere Mann seine Adlernase in einen Cognacschwenker senkt, um den Duft des Weinbrands aufzusaugen, der ihm Sekunden von Erinnerungen an eine bessere Zeit schenkt, lange, ehe er von den Nazis nach Auschwitz verschleppt wurde, lange, bevor er halbnackt und abgemagert in eine Stadt heimkehrte, in der die Einwohner nur ein paar Schritte vom Kaffeehaus entfernt auf dem Heldenplatz »Heil!« gebrüllt haben.

Ich schreibe über das, was ich nicht sehe, aber dennoch über alles, was es geben könnte. Vielleicht.

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